Roderich Kiesewetter besucht Polen und die Republik Moldau
Neben Gesprächen mit dem direkt betroffenen EU-Land Polen, diente die Reise aber auch dazu, die Perspektiven und Notwendigkeiten der Republik Moldaus zu verstehen. Im Gegensatz zu Polen ist die Republik Moldau nicht Teil der EU und NATO. Als direktes Nachbarland der Ukraine aber ebenso unmittelbar vom Krieg durch die entstehende Migration betroffen. Chişinău und die ukrainische Hafenstadt Odessa trennen nur etwas mehr als 150 Kilometer Luftlinie. Schon heute fliehen viele Ukrainerinnen und Ukrainer in das 3 Millionen Einwohner-Land Moldau. Bei einer weiteren Zuspitzung des Krieges und zunehmenden russischen Angriffen auf Odessa wird dieser Zustrom nochmals deutlich zunehmen.
„In der Republik Moldau sprach ich unter anderem mit der Innenministerin, Ana Revenco, und Verteidigungsminister Anatolie Nosatîi. Die Republik Moldau nimmt durchaus wahr, dass Deutschland wie auch Europa erkennen, dass Moldau zu einem zentralen Akteur in den kommenden Wochen werden wird. Allerdings sind auch die Forderungen sehr klar: Hilfsgüter aus Europa seien inzwischen genügend vorhanden, es fehle jedoch an Personal und Geld – gerade, um die Situation an der Grenze besser handhaben zu können. Hier habe ich mir beim Besuch eines Durchgangslager in Palanca, direkt an der ukrainischen Grenze, ein Bild gemacht. Klar wurde die Haltung, die Geflüchteten menschenwürdig und mit offenen Armen aufnehmen und versorgen zu wollen. Die Republik Moldau ist jedoch ein verhältnismäßig armes Land. Die humanitäre Versorgung der Geflüchteten führt in kürzester Zeit dazu, dass staatliche Verpflichtungen, wie die Auszahlung von Renten und Pensionen, nicht mehr geleistet können. Dem System droht ein Kollaps. Europa muss Moldau helfen, indem die notwendige finanzielle Unterstützung bereitgestellt wird, um das System vor einem möglichen Zusammenbruch zu bewahren. Gleichzeitig müssen wir Personal bereitstellen, das die moldauischen Behörden bei den ganz praktischen Herausforderungen unterstützt“ konstatiert Kiesewetter seine Eindrücke aus der Republik Moldau.
Einen schönen Augenblick hielt ein überraschendes Zusammentreffen an der moldauisch-ukrainischen Grenze bereit. „Eine ganz besondere Freude war es, Markus Taglieber in Palanca zu treffen, der für die Johanniter-Auslandshilfe mit einem Erkundungsteam ebenfalls an der Grenze war. Das Treffen hat einmal mehr gezeigt, mit welchem Engagement und Einsatz Menschen für diejenigen einstehen, die in Not sind“, zeigt sich Kiesewetter beeindruckt.

Roderich Kiesewetter MdB mit Markus Taglieber, Johanniter Unfallhilfe Aalen