CDU Kreisverband Ostalb

CDU-Oktoberfest mit fesselnder Rede zum Tag der Deutschen Einheit

Großer Andrang beim Oktoberfest der CDU Oberkochen in der Mühlenscheune; Festrede von Dr. Michael Hoffmann begeistert Publikum.

Am 3. Oktober veranstaltete der CDU-Stadtverband Oberkochen sein traditionelles Oktoberfest in der Oberkochener Mühlenscheune. Erstmals wurde das Gedenken an die deutsche Wiedervereinigung – bisher immer beim Gedenkstein und der CDU-Eiche im Langen Teich – durch eine Festrede ins Oktoberfest eingebunden. Diese kam bei den Besuchern der Veranstaltung hervorragend an.

Landtagsabgeordneter Winfried Mack, Kreisvorsitzende Heike Brucker, Festredner Dr. Michael Hoffmann, Stadtverbandsvorsitzender Dr. Michel le Maire und stellv. Stadtverbandsvorsitzender Alexander Kolb (v.l.n.r.) beim sehr gut besuchten Oktoberfest der CDU Landtagsabgeordneter Winfried Mack, Kreisvorsitzende Heike Brucker, Festredner Dr. Michael Hoffmann, Stadtverbandsvorsitzender Dr. Michel le Maire und stellv. Stadtverbandsvorsitzender Alexander Kolb (v.l.n.r.) beim sehr gut besuchten Oktoberfest der CDU

Stadtverbandsvorsitzender Dr. Michel le Maire begrüßte bei herrlichem Wetter die zahlreichen Gäste des Oktoberfests. Er hob die große Bedeutung des am 3. Oktober 1990 in Kraft getretenen Einigungsvertrags für das vorher 41 Jahre lang getrennte Deutschland hervor und und übergab nach einer kurzen Vorstellung des Festredners diesem das Wort. 

Die Wiedervereinigung als historischer Glücksfall

Der in Tübingen, Edinburgh, Augsburg und Paris ausgebildete Historiker und erst vor wenigen Wochen zum neuen Schulleiter des Ellwanger Peutinger Gymnasiums ernannte Dr. Michael Hoffmann bezeichnete in seinem Vortrag die 1990 umgesetzte Einheit Deutschlands als einen historischen Glücksfall. Für deren Umsetzung habe sich in einer politisch sehr komplizierten Situation damals nur ein sehr kurzes Zeitfenster geboten. Dieses ermöglicht und genutzt zu haben, sei Helmut Kohls große geschichtliche Leistung gewesen.

Die Wiedervereinigung sei keineswegs, wie heute oft behauptet, eine Übernahme durch Westdeutschland gewesen, sondern der Wille einer großen Mehrheit im Osten. „Bereits Anfang 1990 wurde bei den friedlichen Demonstrationen im Osten aus ‚Wir sind das Volk‘ ‚Wir sind ein Volk‘ “, unterstrich Hoffmann. Bei den Wahlen zur letzten DDR-Volkskammer am 18. März 1990 votierten weit über 50 Prozent der Bürger für Parteien, die eine schnelle Wiedervereinigung anstrebten.
Skepsis bei den Siegermächten

Dabei sei diese keineswegs selbstverständlich gewesen: Damals hatten die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich noch zu 100 Prozent das Sagen. Margaret Thatcher hielt noch Ende 1989 sogar einen militärischen Konflikt mit einem wiedererstarkten Deutschland für nicht ausschlossen, François Mitterrand fürchtete eine übermächtige D-Mark sowie die deutsche Wirtschaftsmacht, und Michail Gorbatschow stand Helmut Kohl aufgrund dessen Gorbatschow-Goebbels-Vergleichs von 1986 zunächst sehr skeptisch und distanziert gegenüber.

Erst im Sommer 1990 gaben NATO und Warschauer Pakt ihre jahrzehntelangen Doktrinen der gegenseitigen Gegnerschaft auf. Zwischen Kohl und Gorbatschow entwickelte sich durch intensive persönliche Gespräche ein enges Vertrauensverhältnis, in dessen Folge der Kremlchef der Wiedervereinigung Deutschlands und dessen Verbleib in der NATO zustimmte. Im Gegenzug finanzierte Deutschland den kompletten Abzug der sowjetischen Soldaten aus Deutschland.
Ein kurzes Zeitfenster genutzt

Als besonderes Datum hob Hoffmann auch den 12. September 1990 hervor: Mit der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags sei die endgültige Friedensregelung mit den Siegermächten des 2. Weltkriegs geschlossen und damit der Weltkrieg formal erst beendet worden.

Schon 1991 wurde Gorbatschow im eigenen Land schrittweise entmachtet. „Dies zeigt“, so Hoffmann, „wie kurz das Zeitfenster für die Wiedervereinigung tatsächlich war.“ Durch ein bedächtigeres, langsameres Vorgehen hätte man das „Window of Opportunity“ – im griechischen als „Kairos“, der richtige Zeitpunkt, bezeichnet – für die Wiedervereinigung wahrscheinlich verpasst.

Hoffmanns Rede stieß bei den Oktoberfestbesuchern auf große Begeisterung. Im Anschluss sorgte der Musikverein Stadtkapelle Oberkochen unter Leitung seines Dirigenten Hans-Gerd Burr für beste musikalische Unterhaltung, und die weit über 100 Gäste genossen das Fest bei einer großen Auswahl an Getränken, deftigem Mittagessen sowie Kaffee, Torten und Kuchen bis zum späten Nachmittag.