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12.08.2021
Sprache sollte einen und zusammenführen
Gendern in der Sprache – da schüttelt es den Germanisten in mir
Um nicht falsch verstanden zu werden: Privat sollte jeder so sprechen und schreiben können, wie er möchte. Wir leben in einem freien Land. Wenn aber eine Sprach-Polizei entsteht, die in staatlichen Einrichtungen ohne jegliche Grundlage und Legitimation anderen ihren häufig orthografisch und grammatisch fehlerhaften Stil aufzwingen möchte, sollten bei uns in der bürgerlichen Mitte alle Alarmglocken schrillen. 
Norbert Barthle MdB
Wie soll denn die sprachliche Integration einer Syrerin oder eines Iraners klappen, wenn in offiziellen Behördendokumenten nicht mehr die deutsche Grammatik verwendet wird? Wie sollen Politiker und Beamte Menschen zur Einhaltung von Regeln verpflichten, wenn geltende Normen ohne rechtliche Grundlage willkürlich nicht eingehalten werden? Wie soll ein Politiker hart arbeitende Menschen in Deutschland erreichen, wenn diese seine gekünstelte Sprache nicht verstehen?

Sprache sollte einen und zusammenführen, sie darf nicht ausschließen. An den Abendbrottischen in Deutschland, bei den Stammtischen der freiwilligen Feuerwehren oder beim Bier im Sportverein spricht kaum jemand mit Gender-Hicks. Repräsentative Umfragen von Meinungsinstituten zeigen, dass eine Mehrheit in Deutschland die Gender-Sprache ablehnt und sie sich schon gar nicht aufzwingen lassen möchte. Auch als Katholik denke ich, dass wir hier einiges von Martin Luther lernen können. So schreibt er im „Sendbrief zum Dolmetschen“: „… man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt darum fragen und ihnen auf das Maul sehen, wie sie reden, und danach übersetzen, dann verstehen sie es auch und merken, dass man deutsch mit ihnen redet.“

Die Gender-Sprache steht all dem entgegen. Sie ist nicht inklusiv und integrierend, sie ist exklusiv und grenzt aus. Hinter der Gender-Sprache verbirgt sich ein Weltbild, das Menschen in bestimmte Kategorien – wie das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung – einsortiert. Allgemeine Formulierungen sollen nicht mehr ausreichen, möglichst jede einzelne geschlechtliche Identität muss sichtbar gemacht werden, da die jeweilige Gruppe sich sonst angeblich nicht angesprochen fühlt. Weder das Gemeinsame in der Gesellschaft noch das einzelne Individuum stehen bei diesem Ansatz im Mittelpunkt, sondern es geht nur noch um äußere Merkmale und Gruppenidentität. Diesen Erziehungsversuchen einer elitären, linken Minderheit sollten wir alle entschieden entgegentreten – sonst werden wir schon bald unsere Muttersprache nicht mehr wiedererkennen! Wobei es Diskussionen gibt, selbst das Wort „Mutter“ durch „gebärendes Elternteil“ zu ersetzen… Ihr Norbert Barthle MdB