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29.04.2008, 11:12 Uhr
Unsere Kinder sollen es einmal besser haben
Mit diesem Wunsch haben sich Generationen von Eltern in schweren Zeiten getröstet und sie haben darin Kraft gefunden, handfeste Probleme anzupacken und zu lösen. Dass dafür Anstrengungen erforderlich waren und Verzicht geübt werden musste, war einfach so.
Familie zu haben und Kinder zu erziehen war ein selbstverständliches Ziel. Doch heute werden sehr viel weniger Kinder geboren. Der deutliche Rückgang der Geburtenrate ist maßgeblich für die Alterung der Gesellschaft. Diese Entwicklung lässt sich, wenn überhaupt, nur über lange Zeiträume korrigieren. Denn Kinder, die nicht geboren werden, können keine Eltern werden.

Unstrittig ist Langlebigkeit ebenfalls eine Ursache für die Zunahme des Anteils älterer Menschen an der Bevölkerungsstruktur. Innerhalb von 100 Jahren hat sich die Lebensspanne um fast 15 Jahre bei Männern bzw. gut 16 Jahre bei Frauen erweitert. Dies ist eine außerordentlich gute Nachricht. Besonders dann, wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen für eine Gesellschaft des langen Lebens neu zu justieren. Wenn Einsatzmöglichkeiten für Engagement in der nachberuflichen Lebensphase greifbar sind, kommt dies der eigenen Familie, der Nachbarschaft, der Wirtschaft und dem Gemeinwesen zu Gute.
Halten wir also fest: Das Problem im demografischen Wandel sollten wir nicht als „Überalterung“ beschreiben, sondern in der Schrumpfung und „Unterjüngung“ der Gesellschaft sehen.
Denn es gibt zu wenig Junge in unserem Land. Deswegen befürworten wir eine Familienpolitik, die wieder Mut zu Kindern macht, aber wir lehnen das Zuschieben von Verantwortung und Schuldzuweisungen ab.

Allseits hört man den Ruf nach Generationengerechtigkeit. Man könnte jetzt darüber lamentieren, dass die Jungen es versäumten, ausreichend Kinder in die Welt zu setzen. Man könnte darauf verweisen, dass wir Älteren unseren Beitrag im Rahmen des Generationenvertrages geleistet haben, Kinder großgezogen, Rentenbeiträge eingezahlt, Deutschland wieder aufgebaut hätten. Doch wir wissen, dass sich unterschiedliche Lebensverhältnisse nicht gegeneinander aufrechnen lassen. Die Zeiten, die Lebenslagen und die Probleme haben sich radikal verändert. Das Letzte aber, was wir jetzt brauchen, ist eine Auseinandersetzung zwischen Jung und Alt um die Verteilung von Nutzen und Belastung.
Wir sind aufgefordert, gemeinsam um Lösungen zu ringen, die nachhaltig und zukunftsfest sind. Bei der Anpassung der Sozialsysteme auf die Erfordernisse des demografischen Wandels gibt es noch viel zu tun. Packen wir`s an!