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17.05.2017 | Schwäbische Post
Mehr Respekt vor Schule und Lehrern
Was Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann (CDU) bei ihrem Besuch auf der Ostalb erfahren hat und warum sie für Qualität und Leistung wirbt.
Straffes Programm für die Kultusministerin. Dr. Susanne Eisenmann ist am Mittwoch mit Winfried Mack durch dessen Aalener Wahlkreis getourt. Man hat das Lehrerseminar im Ellwanger Schloss besucht und sich das Bildungshaus im Bopfinger Teilort Schloßberg angeschaut, das Kindergarten und Grundschule verzahnt. Außerdem das Bopfinger Bildungszentrum, das außer einer Realschule und einem Gymnasium eine zweizügige Werkrealschule beherbergt.
Dann ging es weiter nach Aalen. Im Aufwind-Kinderzentrum hat die Ministerin etliche Bürgermeister getroffen und mit ihnen die Probleme der Kommunalpolitik erörtert, bevor sie am Abend in der Cafeteria des Berufsschulzentrums auf Einladung der Aalener CDU die Schwerpunkte der CDU-Bildungspolitik skizziert hat.

Vorneweg schickte sie vor rund 60 Gästen, dass sie über die grundsätzliche Entscheidung der grün-schwarzen Koalition, die Schulstrukturdiskussion zu beenden, „doppelt dankbar“ ist. Diese Diskussion bringt ihr zufolge nämlich nur Unruhe und Unsicherheit ins System. Dabei brauche die Schullandschaft Qualität und Verlässlichkeit. Die sollen mit der neuen Kultusministerin wieder einkehren.

Und worauf kommt es ihr ganz besonders an? Auf die Grundschulen und die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen. Denn bei Leistungsvergleichen findet sich Baden-Württemberg mit den Stadtstaaten Bremen und Berlin am Ende der Tabelle wieder. Wer aber keine Ressourcen im Boden liegen habe, „muss es in der Birne haben“. Ergo sollen Leistungsfähigkeit und Qualität wieder die „stabile Grundlage“ bilden.

Das will die Kultusministerin überhaupt nicht als Vorwurf an die Lehrer verstanden wissen. Stattdessen verweist sie darauf, was die „Aufsteiger“ Hamburg und Schleswig-Holstein neben „Spitzenreiter“ Bayern in der Bildungspolitik richtig machen – nämlich auf Qualität und auf Entlastung der Lehrer zu achten, damit die sich mehr der „Arbeit am Kind“ widmen können.

Also soll es für Mathe und Deutsch an Grundschulen zusätzliche Stunden geben. Denn: „Ab der ersten Klasse muss wieder richtig schreiben gelernt werden.“ Die Gemeinschaftsschule habe sich etabliert und brauche keine „Glasglocke“ mehr, sondern müsse sich mit den anderen Schularten messen lassen. Dazu gehört für die Kultusministerin, „dass klar definiert ist, was man beim Schulabschluss können muss“.

Sie setzt sich dafür ein, dass berufliche und akademische Ausbildung wieder als gleichwertig gelten. Das Gymnasium komme nicht für jedes Kind zum richtigen Zeitpunkt, sagt sie und kündigt fürs neue Schuljahr 260 und in den Jahren darauf bis zu 600 zusätzliche Deputate für die Realschulen an. Außerdem will sie vorschlagen, dass das Land die flexible Betreuung in Form von Hort oder verlässlicher Grundschule wieder fördert. Mit ihr werde es keine „Zwangsbeglückung der Eltern“ durch Ganztagsbetreuung geben.

Apropos Eltern. An sie richtet die Kultusministerin die Bitte, ihren Kindern zu vermitteln „dass Schule etwas ist, das man ernst nehmen muss“. Die Wertschätzung sei essenziell. Auch der Respekt vor den Lehrern, der gelitten habe. Denn: „Erziehung verpflichtet.“

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