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23.07.2016 | Schwäbische Post
96 Prozent stimmen für Kiesewetter
Die CDU-Mitglieder im Wahlkreis nominieren den Abgeordneten zum Kandidaten für die Bundestagswahl 2017
Kein überraschender Gegenkandidat, keine unangenehmen Fragen, keine Kritik. Die Wahlkreismitgliederversammlung der CDU in der Wöllersteinhalle Westhausen verlief harmonisch. Mit großer Mehrheit wählten die Mitglieder Roderich Kiesewetter am Freitag zum dritten Mal zu ihrem Kandidaten für die Bundestagswahl.
Am Ende des Abends findet der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter deutliche Worte für seine Gefühle. „Ich bin überwältigt“, sagt er und fügt an: „Mit diesem Ergebnis habe ich überhaupt nicht gerechnet.“ Von 154 CDU-Mitgliedern, die ihre Wahlzettel in die Urnen warfen, stimmten 146 für ihn. Das sind rund 96 Prozent. Zwei seiner Parteifreunde enthielten sich, sechst stimmten gegen ihn. „Sie haben mich sehr bewegt“, sagte Kiesewetter.

Wenn es bei parteiinternen Nominierungsveranstaltungen nur einen Kandidaten gibt, dann sind Ergebnisse von 95 Prozent und darüber im Bereich des zu Erwartenden. Aber dieses Mal ist es anders. Binnen weniger Wochen hatte der Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim mit drei Skandalen zu kämpfen. Zunächst die E-Mail-Affäre, kurz darauf die Unregelmäßigkeiten in der Kasse der Ostalb-CDU und der Rücktritt als Vorsitzender des Reservistenverbands.

Aber das ist am Freitagabend kein großes Thema in Westhausen. Nach Kiesewetters 15-minütiger Rede haben die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Sie machen davon keinen Gebrauch. Niemand äußert Kritik. Alles verläuft harmonisch. So wie bereits Kiesewetters Rede.

Er betont, wie wichtig sein Team für ihn ist und erwähnt mehrmals die Zusammenarbeit mit dem Aalener Landtagsabgeordneten Winfried Mack. Anstelle auf den politischen Gegner einzuhauen, streicht Kiesewetter Erfolge heraus, die er in den vergangenen acht Jahren zusammen mit Mack verbucht haben will. Zum Beispiel erwähnt er den Ausbau der B 29 und der Brenzbahn. 92 Millionen Euro an Fördergeldern seien seit 2013 mithilfe der Abgeordneten in die Region geflossen.

Was seine Ziele für die nächste Legislaturperiode angeht, nennt Kiesewetter die Qualifizierung von Flüchtlingen, nicht deren dauerhafte Integration. Der Abgeordnete sähe es gerne, dass Flüchtlinge in Deutschland zum Maurer oder zum Krankenpfleger ausgebildet werden, eine Zeit lang vor Ort mithelfen und anschließend wieder in ihre Heimat zurückkehren, um ihr Land wiederaufzubauen. Außerdem kündigte er an, die Digitalisierung in der Region weiter voranzutreiben und forderte – auch vor dem Hintergrund der Vorfälle in München am selben Abend – das Thema Sicherheit wieder glaubhaft zu besetzen.

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