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11.03.2016 | Schwäbische Post
CDU-Chefin Angela Merkel unterstützt in der Stadthalle Winfried Mack im Landtagswahlkampf
Big Band begrüßt die Kanzlerin mit Rocky-Filmmusik
Irgendwie ein Heimspiel für die Kanzlerin. Was Rang und Namen hat auf der Ostalb und in der CDU, tummelt sich in der Stadthalle. Um 17.21 Uhr betritt Angela Merkel den Saal. Alle erheben sich. Großer Applaus. Die SG-Bigband spielt das Rocky-Thema. Angeschlagen wirkt Merkel aber nicht, eher angriffslustig, so wie Stallone, der mit dem Rücken zur Wand am besten war.
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bei ihrer Rede in der Aalener Stadthalle
Der Landtagswahlkampf macht der CDU-Politprominenz Beine. Sogar die Bundeskanzlerin haben Winfried Mack und Dr. Stefan Scheffold nun auf die Ostalb gelotst, um am Wahlsonntag zurück an die Macht zu kommen. Während Moderatorin Laura Rihm auf der Bühne Mack, Scheffold, den Schorndorfer CDU-Landtagspolitiker Claus Paal und den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter zu Kurzinterviews bittet, landet der Helikopter mit der Kanzlerin auf dem Greutplatz.

Eine Handvoll Kritiker wartet vor der Halle, hält Transparente. Probleme macht keiner. Das Polizeiaufgebot ist nicht gefordert.

Auch drinnen gibt’s nur einen Widerruf. Dann, als die Kanzlerin über das Thema Flüchtlinge spricht, als sie ihr „Wir schaffen das“ wiederholt, da brüllt einer, „ja, auf Kosten der Bevölkerung“. Die Bundeskanzlerin greift dies auf. Viele in Deutschland trügen die Sorge, sie würden etwas verlieren. Sie persönlich sei besorgt, dass die Gesellschaft ihre Werte verliere, bekennt sie. Dies dürfe und werde aber nicht geschehen, versichert die Kanzlerin sogleich.

„Verheerend“ nannte sie die Übergriffe auf Frauen am Silvesterabend. „Wenn Flüchtlinge kriminell werden, müssen sie bestraft werden. Wenn solche Dinge geschehen, muss darüber auch geredet und berichtet werden“, sagt sie. Wegsehen schade hier allen. Wer in Deutschland einen sicheren Hafen finde, müsse die Rechtsordnung beherzigen. „Wer von einer Frau kein Essen nehmen will, muss damit rechnen, gar nichts zu essen zu bekommen. Frauen haben hier etwas zu sagen, nicht nur als Kanzlerin.“

In Zukunft kämen nachhaltig weniger Flüchtlinge nach Deutschland, sagt Merkel. Die Zahl sinke Monat für Monat. Abschiebungen in sichere Herkunftsländer würden beschleunigt, „damit die Kapazitäten den tatsächlich Bedrohten zur Verfügung stehen können“.

In der EU herrsche inzwischen die Überzeugung, dass in den Herkunftsländern anzusetzen sei. Geld für Essen, Kleidung, Bildung seien nötig, ebenso dass die Waffenruhe in Syrien erhalten werde. Es gehe darum, die Außengrenzen zu schützen und trotzdem freien Handel zu ermöglichen. „Jede Generation hat ihre politische Aufgabe. Unsere ist es, Brücken in andere Regionen der Welt zu schlagen“, sagt sie.

Und dann erinnerte die Kanzlerin sich wieder an ihren landespolitischen Wahlkampfauftrag in Aalen.

Zum Thema Verkehrsinfrastruktur sagt sie: „Hier hat sich in den letzten fünf Jahren leider nichts getan.“ Früher hätten die Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg ihr „die Bude eingerannt“. „Das war zwar unangenehm für mich, aber gut für das Land“, lacht sie.

Zum Thema Bildung: „Die CDU will eine Bildungswesen, das auf Leistung ausgerichtet ist und nicht darauf, Wege zu schaffen, auf denen man bequem durchkommt.“ Letzteres widerspreche der Situation am Weltmarkt völlig.

Zum Thema Familien: „Die CDU steht für Wahlfreiheit, wir schaffen bei der Erziehung Möglichkeiten, für jene, die dies wollen. Wir glauben aber, Eltern erziehen besser als der Staat.“

Und zum Abschluss: „Es geht um Sie, gehen Sie wählen, stimmen Sie für die CDU. Die nächste Chance für einen Wechsel ist erst in fünf Jahren.“ Applaus.
CDU-Landeschef Thomas Strobl schwört die Parteifreunde danach zehn Minuten lang mit weit markigeren Worten auf den Wahlsieg ein. „Es ist knapp, aber wenn wir alle kämpfen, dann werden wir es schaffen.“

Die Kanzlerin erhält als Abschiedsgeschenk ein Zeiss-Fernglas, die SG-Bigband musiziert ganz großartig, alle singen die Nationalhymne, dann eskortieren Personenschützer die vielbeklatschte Bundeskanzlerin hinaus. 18.19 Uhr.

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